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Yamswurzel gegen Beschwerden in den Wechseljahren

Yamswurzel mit langer Geschichte

Die Yamswurzel hat als Naturheilstoff eine sehr lange Tradition. Griechische Heilkundler verwendeten sie bereits im ersten Jahrhundert. Einer von ihnen war Dioscorides. Auf dessen Namen geht die lateinische Bezeichnung Dioscoreaceae für die vorrangig in tropischen und subtropischen Gegenden verbreitete Familie der Yamswurzelgewächse zurück. Sie umfasst mehr als 350 Arten. Medizinische Bedeutung hat besonders eine erlangt: die Dioscorea villosa, auch Wild-Yam genannt. Die für die Effekte relevanten Wirkstoffe sind bei dieser in größeren Mengen als in anderen Arten enthalten. Letztere werden beispielsweise als Nahrungsmittel verwendet.

Hormonelle Umstellung als Ursache der klimakterischen Beschwerden

Kennzeichnend für die „Wechseljahre“ sind hormonelle Veränderungen. Während man vor Jahren noch den Östrogenmangel für das maßgebende Phänomen hielt, stellen die Experten heute den Progesteronabfall in den Vordergrund. Zu den typische Symptomen, die mit dem Progesterondefizit in Zusammenhang gebracht werden, gehören Wasseransammlungen, Venenprobleme, Kopfschmerzen, Depressionen und Scheidentrockenheit, während Hitzewallungen und verringerte Knochendichte eher dem abfallenden Östrogenspiegel zugeschrieben werden.

Greifen Inhaltsstoffe der Yamswurzel in den Hormonstoffwechsel ein?

Die Hormontherapie zur Behandlung der Beschwerden in der Menopause ist stark in die Kritik geraten, seitdem bekannt wurde, dass diese das Risiko für Erkrankungen wie Brust- und Eierstockkrebs, Thrombose, Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen können. Auf die Inhaltsstoffe der Yamwurzel wurden deshalb große Hoffnungen in der Therapie von Symptomen, die mit der Menopause im Zusammenhang stehen, gesetzt. In den bisherigen klinischen Studien fehlt ein unter den Fachleuten akzeptierter Beweis für diese Effekte. Selbst nach Behandlung über drei Monate wird keine Verbesserung der Hormonwerte im Blut gefunden. Die Spiegel der während der Menopause eine bedeutende Rolle spielenden Hormone, follikelstimulierendes Hormon (FSH), Östradiol oder Progesteron waren unverändert. DHEA (Dehydroepiandrosteron) gilt als natürliche Vorstufe des Sexhormons Östrogen bei der Frau. In einigen Schriften wird über DHEA ähnliche Eigenschaften von Wild-Yam geschrieben. Für diese Vermutung fehlt bisher der wissenschaftliche Beweis. Das in der Yamswurzel enthaltene Diosgenin diente in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts als Ausgangsstoff für die synthetische Herstellung von Progesteron (Gelbkörperhormon), das für die Produktion von Antibabypillen eingesetzt wurde. Diese Umwandlung ist jedoch im menschlichen Körper nicht möglich, so dass sich die Experten nicht einig sind, ob Wild-Yam tatsächlich eine Progesteron-ähnliche Wirkung ausüben kann.

Erfahrungsberichte über Wirkung

In einigen Publikationen wird als Voraussetzung für einen Effekt angegeben, dass die Eierstöcke noch nicht vollständig ihre Aufgaben eingestellt haben sollten. Extrakte des Wild-Yam werden zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden verwendet, davon ausgehend, dass sie dennoch mit Hormonen vergleichbare Eigenschaften besitzen. Unbestritten ist die positive Wirkung des Hauptinhaltsstoffes auf den Fettstoffwechsel. Auf diese Weise könnte es den die Menopause häufig begleitenden Gewichtsanstieg günstig beeinflussen.

In einigen Arbeiten werden Verbesserungen bezüglich der aufsteigenden Hitze und der nächtlichen Schweißausbrüche beschrieben, unter gleichzeitiger Einnahme weiterer Naturstoffe, wie Klettenwurzel, Süßholz, Engelwurz und Herzspannkraut für mehrere Monate. Bisher gibt es keine klinischen Befunde, die eine protektive Wirkung auf die Knochendichte nahelegen. Yamsgele und Cremes werden gegen Scheidentrockenheit empfohlen. In einer neueren Studie wurde untersucht, ob Cremes, die Diosgenin enthalten, die Hauteigenschaften bei Frauen in der Menopause verbessern. In Modellsystemen und im Tierversuch konnten positive Effekte nachgewiesen werden, ohne negative Nebenwirkungen. Diosgenin könnte in der Lage sein, bei Frauen im Klimakterium zu ähnlichen Ergebnissen zu führen.

Weitere Inhaltsstoffe der Yamswurzel sind das Glykosid Dioscin sowie Alkaloide wie beispielsweise Dioscorin, deren genaue Effekte auf den menschlichen Organismus noch nicht erforscht sind, sowie Minerale wie Eisen, Kupfer, Mangan und Zink. Unbestritten ist, dass das Diosgenin Ähnlichkeiten zu einer Vorstufe der Körperhormone aufweist. Denkbar ist eine helfende Wirkung im Zusammenspiel mit den anderen Pflanzeninhaltsstoffen.

Anwendung von Wild Yam

Die Yamswurzel wird als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, als Salbe oder als homöopathisches Heilmittel angeboten. Die wirksame Dosis ist schwer zu ermitteln. Menopausenbeschwerden äußern sich bezüglich ihrer Stärke und der Symptome sehr verschieden. In keiner bisher veröffentlichten Studie gibt es Empfehlungen für eine bestimmte Menge. Außerdem erlaubt die Herstellung dieses Naturproduktes keine exakte Bestimmung des Gehaltes der einzelnen Bestandteile. Die passende Dosis muss jede Frau selbst ermitteln. Die am häufigsten angewendete Dosierung beträgt ein bis zwei Kapseln, deklariert mit 750 Milligramm. Es gibt wenige bekannte Nebenwirkungen, am ehesten gehören Verdauungsstörungen dazu. Bei der Anwendung von Salben wurden in einigen Fällen Kontaktallergien beschrieben. Naturprodukte bieten eine größere Sicherheit als industrielle hergestellte. Dennoch ist die Dosis wichtig: für die angestrebten Effekte und zur Vermeidung unerwünschter Reaktionen.

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